# KI-Kompetenz nach Art. 4 AI Act: Schulung und Workshop für Unternehmen

Author: Riccardo Lamanna
Published: 2026-10-27
Updated: 2026-10-27
Canonical: https://www.riccardolamanna.de/blog/ki-kompetenz-schulung-ai-act

Seit dem 2. Februar 2025 verlangt der EU AI Act von Unternehmen, die KI einsetzen, dass sie die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden fördern. Das steht in Art. 4. Viele Geschäftsführer und Personalverantwortliche suchen deshalb nach einer KI-Schulung, einem Kurs oder einem „KI-Führerschein“ für ihr Team. Die Frage dahinter ist fast immer dieselbe: Was müssen wir konkret tun, und wie belegen wir es?

Dieser Artikel beantwortet beides. Er erklärt, was Art. 4 verlangt, für wen die Pflicht gilt, was eine sinnvolle Schulung enthält und wie Sie sie dokumentieren. Am Ende beschreibe ich, wie ich das als Workshop-Programm direkt in Ihrem Unternehmen umsetze.

## Was Art. 4 AI Act verlangt

Art. 4 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, Maßnahmen zu ergreifen, die die KI-Kompetenz ihres Personals fördern. Gemeint sind auch Personen, die in ihrem Auftrag mit KI arbeiten, zum Beispiel Freelancer oder Dienstleister. Die Maßnahmen sollen zu den technischen Kenntnissen, der Erfahrung und der Ausbildung der Personen passen und zu dem Kontext, in dem die KI eingesetzt wird.

Mit dem Digital Omnibus, der Verordnung (EU) 2026/1744, wurde Art. 4 im Sommer 2026 neu gefasst. Vorher hieß es, Unternehmen müssten „ein ausreichendes Maß“ an KI-Kompetenz sicherstellen. Jetzt müssen sie Maßnahmen ergreifen, die die Entwicklung von KI-Kompetenz unterstützen. Ein bestimmtes Kompetenzniveau einzelner Mitarbeitender ist nicht vorgeschrieben.

Das klingt nach einer Entwarnung, ist aber keine. Die Pflicht besteht weiter. Wer nichts tut, kann im Ernstfall nicht zeigen, dass er seine Pflicht erfüllt hat. Und ein Team, das die Grenzen von KI nicht kennt, macht teure Fehler: vertrauliche Daten im falschen Werkzeug, ungeprüfte Antworten in Kundenmails oder falsche Zahlen in einem Angebot.

## Gilt die Pflicht für mein Unternehmen?

Sehr wahrscheinlich ja. Art. 4 gilt unabhängig von der Risikoklasse. Betreiber ist jedes Unternehmen, das ein KI-System in eigener Verantwortung beruflich nutzt. Dafür reicht es, wenn Mitarbeitende ChatGPT, Microsoft Copilot, Claude, Gemini oder KI-Funktionen in bestehender Software für ihre Arbeit verwenden.

Auf die Unternehmensgröße kommt es nicht an. Auch ein Betrieb mit 20 Mitarbeitenden fällt darunter. Der Umfang der Maßnahmen darf sich aber an der tatsächlichen Nutzung orientieren. Ein Handwerksbetrieb, der KI für Angebotstexte nutzt, braucht eine andere Schulung als ein Softwarehaus mit Coding Agents.

Ein Zertifikat oder eine Prüfung schreibt der AI Act nicht vor. Es gibt auch keinen offiziellen „KI-Führerschein“. Angebote mit diesem Namen sind Schulungen privater Anbieter. Entscheidend ist, dass die Maßnahme zu Ihrem Unternehmen passt und dass Sie sie belegen können.

## Was eine gute KI-Schulung enthält

Eine Schulung nach Art. 4 sollte nicht nur erklären, was KI ist. Sie sollte die Werkzeuge behandeln, die Ihr Team tatsächlich nutzt, und die Fehler, die dabei typischerweise passieren. Diese Themen gehören in fast jedes Programm:

| Thema | Inhalt |
| --- | --- |
| Grundlagen | Wie Sprachmodelle arbeiten, was sie gut können und wo ihre Grenzen liegen |
| Typische Fehler | Halluzinationen, veraltetes Wissen und überzeugend formulierte Falschaussagen erkennen |
| Datenschutz | Welche Daten in welches Werkzeug dürfen, DSGVO und Auftragsverarbeitung |
| Sicherheit | Prompt Injection, Umgang mit Zugangsdaten, Risiken bei Agenten mit Werkzeugzugriff |
| AI Act | Risikoklassen, verbotene Praktiken und Transparenzpflichten im Überblick |
| Verantwortung | Menschliche Prüfung, Freigaben und interne Regeln für den KI-Einsatz |
| Praxis | Übungen mit Ihren eigenen Werkzeugen und echten Aufgaben aus dem Arbeitsalltag |

Der Praxisteil macht den Unterschied. Mitarbeitende lernen am meisten, wenn sie eine echte Aufgabe aus ihrem Alltag mit KI lösen und das Ergebnis gemeinsam prüfen. Danach nutzen sie die Werkzeuge sicherer und häufiger.

## Schulung nach Rollen statt für alle gleich

Nicht jede Abteilung braucht dasselbe. Eine Schulung wirkt besser, wenn sie die Inhalte nach Rollen gewichtet:

| Rolle | Schwerpunkt |
| --- | --- |
| Geschäftsführung | Pflichten, Haftung, KI-Strategie und Freigabeprozesse |
| Vertrieb und Marketing | Texte prüfen, Kundendaten schützen, Transparenz gegenüber Kunden |
| Verwaltung, HR und Buchhaltung | Datenschutz, personenbezogene Daten, Ergebnisse gegenprüfen |
| Entwicklung und IT | Coding Agents, Sicherheit, Zugriffsrechte und Verifikation |

Ein kurzer gemeinsamer Teil für alle schafft ein gemeinsames Verständnis. Die Vertiefung findet in kleineren Gruppen statt. So bleibt der Aufwand für jede Person überschaubar.

## Die Maßnahme dokumentieren

Der AI Act schreibt kein bestimmtes Nachweisformat vor. Trotzdem sollten Sie festhalten, was Sie getan haben. Im Ernstfall, etwa bei einem Datenschutzvorfall oder einer Anfrage der Aufsichtsbehörde, ist eine saubere Dokumentation Ihr Beleg. Ein Eintrag pro Schulung kann so aussehen:

```text
Maßnahme:       KI-Kompetenz-Workshop nach Art. 4 AI Act
Datum:          12.03.2026, 09:00–13:00 Uhr
Format:         Inhouse, Präsenz
Zielgruppe:     Vertrieb und Kundenservice (14 Personen)
Werkzeuge:      Microsoft Copilot, ChatGPT Team
Inhalte:        Grundlagen, Halluzinationen, Datenschutz,
                interne KI-Richtlinie, Praxisübungen
Durchgeführt:   Riccardo Lamanna
Anlagen:        Teilnehmerliste, Folien, KI-Richtlinie v1.2
Nächste Runde:  Auffrischung in 12 Monaten oder bei neuem Werkzeug
```

Dazu gehören die Teilnehmerliste, die Schulungsunterlagen und eine interne KI-Richtlinie. Die Richtlinie legt fest, welche Werkzeuge erlaubt sind, welche Daten hineindürfen und wer KI-Ergebnisse vor der Weitergabe prüft. Neue Mitarbeitende bekommen die Schulung beim Onboarding.

## Online-Kurs oder Workshop im Unternehmen?

Es gibt viele Online-Kurse zur KI-Kompetenz. Sie sind günstig und schnell verteilt. Für allgemeines Grundwissen können sie reichen. Sie kennen aber Ihre Werkzeuge, Ihre Daten und Ihre Abläufe nicht. Die Inhalte bleiben deshalb abstrakt, und viele Mitarbeitende klicken sich nur durch.

Ein Workshop im Unternehmen setzt dort an, wo Ihr Team arbeitet. Wir nutzen Ihre freigegebenen Werkzeuge, besprechen echte Fälle und klären Fragen direkt. Am Ende steht nicht nur ein Teilnahmenachweis, sondern ein Team, das KI im Alltag sicher einsetzt. Für die meisten mittelständischen Unternehmen ist das die bessere Wahl.

## So läuft das Programm mit mir ab

Ich biete die KI-Kompetenz-Schulung als kompaktes Programm für Unternehmen an. Es läuft in vier Schritten:

1. **Erstgespräch (30 Minuten):** Wir klären, welche KI-Werkzeuge Ihr Team nutzt, welche Abteilungen dabei sind und was Sie bereits geregelt haben.
2. **Zuschnitt:** Ich passe die Inhalte an Ihre Werkzeuge, Rollen und Branche an. Wenn es noch keine KI-Richtlinie gibt, entwerfen wir eine.
3. **Workshop:** Ein halber oder ganzer Tag, vor Ort bei Ihnen oder online, mit einem gemeinsamen Teil und vertiefenden Sessions nach Rollen.
4. **Dokumentation:** Sie erhalten Unterlagen, Teilnehmerliste und einen Nachweis der Maßnahme für Ihre Akten.

Bei Junikom habe ich diesen Workshop als Teil eines größeren Projekts gehalten. Wie das aussah, beschreibe ich in der [Case Study Junikom](/blog/case-study-junikom). Das Programm funktioniert aber genauso eigenständig, ohne weiteres Projekt.

## Häufige Fragen zur KI-Kompetenz

**Ab wann gilt die Pflicht?** Art. 4 gilt seit dem 2. Februar 2025. Die Neufassung durch den Digital Omnibus gilt seit Ende Juli 2026.

**Brauchen wir ein Zertifikat?** Nein. Der AI Act verlangt kein Zertifikat. Wichtig ist eine passende Maßnahme und eine nachvollziehbare Dokumentation.

**Wie lange dauert eine Schulung?** Für die meisten Teams reicht ein halber Tag für die Grundlagen plus vertiefende Sessions für einzelne Rollen. Neue Werkzeuge oder neue Mitarbeitende sind ein Anlass für eine Auffrischung.

**Müssen alle Mitarbeitenden teilnehmen?** Alle, die KI-Systeme beruflich nutzen oder bedienen. Das schließt Freelancer und externe Dienstleister ein, die in Ihrem Auftrag mit KI arbeiten.

**Ersetzt die Schulung andere Pflichten?** Nein. Datenschutz nach DSGVO und weitere Pflichten aus dem AI Act, etwa für Hochrisiko-Systeme, gelten zusätzlich. Die Schulung hilft aber, sie im Alltag einzuhalten.

## KI-Schulung für Ihr Team buchen

Wenn Sie die KI-Kompetenz Ihres Teams nach Art. 4 AI Act aufbauen und belegen möchten, sprechen wir am besten direkt. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir in 30 Minuten, welche Werkzeuge Sie nutzen, wer teilnehmen sollte und wie der Workshop für Sie aussieht. [Jetzt Erstgespräch buchen](https://calendly.com/mail-rick/30min).
